| |
|
Die Lage
Münchenwiler liegt auf einer nach
Westen sanft abfallenden Krete. Der Dorfkern befindet sich etwa zwei
Kilometer südlich von Murten und Rund 70 Meter über dem Spiegel des
Murtensees. Münchenwiler wird von den freiburgischen Gemeinde Murten,
Salvenach, Cressier, Courlevon und Courgevaux umgeben, gehört
politisch aber zum bernischen Amtsbezirk Laupen.
Die historische Entwicklung
Münchenwiler wird erstmals im Jahre
1080 erwähnt, als Gerold und Rudolf von Vilar ihren Erbbesitz dem
Kloster von Cluny schenken. Cluny errichtet in den folgenden Jahren
ein Tochterklösterchen, das Priorat Vilar les Moinos. In der Mitte
des 12. Jahrhunderts entsteht die Klosterkirche. Durch päpstlichen
Erlass wird im Jahre 1484, also kurz nach dem Burgunderkrieg, das
Priorat dem bernischen Vincenzstift einverleibt. Im selben Jahr wird
aus dem Murtenbiet eine bernisch/freiburgische Gemeine
Herrschaft. Nach wiederholten Reibereien zwischen Murten und
Münchenwiler verfügt Bern im Jahre 1527, dass künftig Gerichtshändel
nicht mehr in Murten, sondern vor dem nächsten bernischen Gericht in
Biberen auszutragen seien; Münchenwiler gelangt damit definitiv zum
Kanton Bern. Im Jahre 1528 hält die Reformation Einzug, zwei Jahre
später wird das ehemalige Priorat zum Staatsbesitz.
Mit dem Verkauf
an den Schultheissen von Wattenwyl beginnt die Zeit der weltlichen
Herrschaften unter einem Herrschaftsherrn, die bis 1798 andauert.
Während dieser Zeit werden Kirche und Kloster zum Teil abgebrochen
und zu einem Herrschaftssitz umgebaut. Im Jahre 1798 werden
Münchenwiler und Clavaleyres dem Kanton Freiburg zugeteilt. Nach
langen Auseinandersetzungen zwischen Bern und Freiburg und einem
Entscheid der eidgenössischen Tagsatzung kehren die beiden Gemeinden
Ende 1807 zum Kanton Bern zurück. Bis 1932 bleibt die bernische
Adelsfamilie von Graffenried im Besitze der Schlossherrschaft, die
sie schon 1668 erworben hat. Von einem neuenburgischen Konsortium
geht die Schlossliegenschaft im Jahre 1943 an den Staat Bern über,
der sie seit dem Jahre 1954 der bernischen Volkshochschule als
Kurszentrum zur Verfügung stellt. In den Jahren 1986 - 1989 ist die
Schlossliegenschaft von Grund
auf neu- und umgestaltet worden; sie
dient seither, unter Führung des Berner Volkshochschulverbandes, als
Kurs- und Schulungszentrum für die öffentliche Hand und die
Privatwirtschaft.
Münchenwiler heute
Die wirtschaftliche Kraft und die
Tüchtigkeit der Bewohner einer Ortschaft werden oft an der baulichen
Entwicklung gemessen. Erst in neuerer Zeit hat man vielerorts
gemerkt, dass das Wohl der Bürger nicht unbedingt in einer schnellen
Entwicklung begründet liegt. Zum Glück ist es unserer Gemeinde,
trotz der Nähe zu Murten als dem wirtschaftlichen Zentrum der
Region, gelungen, die bauliche Entwicklung in Grenzen zu halten und
die Neuzuzüger in das Dorfleben zu integrieren. Es besteht
berechtigte Hoffnung, dass dies auch in Zukunft nicht anders sein
wird. Münchenwiler zählt heute ungefähr 420 Einwohner, während es
noch vor nicht so langer Zeit nur 280 waren. In der Gemeinde stehen
nur wenige Arbeitsplätze zur Verfügung, so dass die Wegpendler weit
überwiegen. In der Landwirtschaft sind noch etwa 5 % der Bevölkerung
tätig. Unsere
Gemeinde führt eine einstufige Primarschule (1.-6.
Klasse), die auch den Schülern aus der Gemeinde Clavaleyres offen
steht. Ab der 7. Klasse wird die Orientierungsschule in Murten
besucht. Seit 1989 beginnt das Schuljahr in Münchenwiler wie in
Murten zur gleichen Zeit, nämlich im Spätsommer. Für die
vorschulpflichtigen Kinder stehen in Jeuss ein Kindergarten und eine
Spielgruppe zur Verfügung; für den Kindergarten wird der Transport
durch die Gemeinde organisiert. Weiterführende Schulen (Gymnasium,
Handelsschule, Berufsschulen) können in Freiburg oder Bern besucht
werden. Zusammen mit Courgevaux besitzt Münchenwiler eine
Bahnstation an der Linie Freiburg- Murten- Neuenburg. Eine Buslinie
zwischen Murten und Gümmenen bietet ein zusätzliches Angebot im
öffentlichen Verkehr. |
|